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Auf unseren Ferien-Reisen nach Afrika fanden wir Freunde in Gambia. Aus dieser langjährigen Beziehung, entschlossen wir uns, ein Projekt für eine «Nursery-School» zu unterstützen. Wir, das sind Angela Thomi Schneider und Bernhard Schneider. Wir wohnen in Lyss (Schweiz), unsere Gedanken sind aber oft in Afrika.
Hier nun die Geschichte, wie es zur Vorschule im Hinterland von Gambia kam. Die Idee stammt von unserem Freund Samba Conteh, der sich Sorgen macht um die Zukunft der Kinder seines Heimatdorfes Manna. Wir fingen also vor einiger Zeit an, Mittel für das Projekt zu sammeln.

Gegen Ende 1997 schrieben wir unserem Freund Samba Conteh, dass wir nun einen Betrag von etwa 10'000 Dalasis zusammen haben, und baten ihn, mit der Dorfbevölkerung von Manna zu diskutieren, wie das Projekt aussehen solle. Daraufhin reiste er vom 5. bis 9. Februar 1998 nach Manna, um zu palavern. Er besuchte den Distrikt-Chef und den «Alkalo» (Dorf-Chef mit weitreichenden Aufgaben auch im Bereich der Rechtssprechung, des Verkaufs von Boden usw.). Beide begrüssten den Bau der Schule. Als er die Kinder des Dorfes zusammenrief, glaubten sie ihm zuerst gar nicht.
Danach besuchte er fast jede Familie des Dorfes, um ihnen das Projekt vorzustellen und ihre Meinung einzuholen. Viele waren begeistert, da sie wissen, dass ihre Kinder die besseren Chancen auf eine gute Bildung haben, wenn sie aus einer Vorschule in die Primarschule einsteigen können. Und bei der gambischen Bevölkerung sind die Aussagen «Die Kinder sind unsere Zukunft» und «Ein gute Bildung ist das einzige, was der Jugend Zukunft gibt» nicht nur Regierungs-Parolen, sondern werden von allen unterstützt. Dem Grundsatz, dass die Dorfbevölkerung die Arbeit zum Bau der Schule zu leisten habe, stimmten alle zu. Denn Zeit und Boden sind vorhanden. Was fehlt, ist das Geld um die Baumaterialien (z.B. importiertes Wellblech für das Dach) zu kaufen. Die Fragen, die aufgeworfen wurden, betrafen die Schulgebühren und die Bezahlung der Lehrkraft.
Wir können uns die Diskussionen sehr lebhaft vorstellen, denn wir hatten schon die Gelegenheit, einem solchen «Palaver» beizuwohnen. Da bringt jeder wieder eine neue Idee, die dann lang und breit diskutiert wird. Dieser Meinungsbildungsprozess ist zwar nicht «europäisch-effizient», aber bietet den Vorteil, dass schlussendlich alle einen
Beitrag leisten konnten, und dem besten zustimmten. Aus dieser Idensammlung entsprang das erste Projekt: Die Schule sollte drei Klassenzimmer, ein Büro, einen Laden, eine Toilette mit Wänden (im Gegensatz zu den offenen Abtritten, die in den Compounds üblich sind), einen Schulgarten, eine Küche und ein Fussballfeld umfassen.
Leider mussten wir diese kollektive Begeisterung etwas bremsen, und auf die zur Verfügung stehenden Mittel hinweisen. Wir warfen auch die Frage auf, ob eine so grosse Schule wirklich in Eigeninitiative betrieben werden könne. In seinem nächsten Brief vom April '98 schrieb Samba, dass er sehr zufrieden sei, über unsere Antwort auf die Fragen der Bevölkerung. Er werde nun wiederum die Leute von Manna zu überzeugen versuchen, dass sie sich auf die Wünsche konzentrieren müssen, die sie nach einer Anfangsinvestition auch selbst am Leben erhalten können. Da er inzwischen die Überweisung erhalten hatte, setzte er den Beginn der Arbeiten auf den 21. April 1998 an.
Ein weiteres «Palaver» in Manna führte offensichtlich zu einer neuen Übereinstimmung. Das Projekt umfasste jetzt ein mit Wellblech gedecktes, einstöckiges Gebäude auf 11 x 6,5 Meter Grundfläche. Darin befindet sich ein Klassenzimmer, ein Büro für den Lehrer und einen Lagerraum, in dem Schulmaterialien wie Bleistiften und Hefte, später vielleicht auch die Schulverpflegung aufbewahrt werden.
Es waren alle einverstanden, dass wir die Baumaterialien finanzieren müssten, die Arbeit zum Bau des Gebäudes aber von der Dorfbevölkerung selbst geleistet werden müsse. Die Gambier haben selbst genügend Entwicklungshilfeprojekte miterlebt, die in der Bevölkerung nicht verankert waren und zusammenbrachen, sobald die Weissen wieder gingen.
Das Ganze ist immer wieder eine Gratwanderung. Einerseits verstehen wir, dass im Dorf kein Geld vorhanden ist. Denn die Leute sind fast alles Selbstversorger und was sie durch den Verkauf von Erdnüssen (dem Haupt-Exportprodukt von Gambia) lösen, brauchen sie für den Kauf von Kerzen, Medikamenten und ähnlichen Dingen, die sie selbst nicht herstellen können. In vielen Afrikanern ist zudem aus der langen Zeit der Kolonialisierung immer noch der Eindruck lebendig, dass die Weissen (oder eben jetzt die schwarze Regierung) für sie zu sorgen haben. Die jahrhundertelange Erziehung zur Unselbständigkeit, kann nicht innert ein paar Jahrzehnten vollständig korrigiert werden, umso mehr als sich auch viele afrikanische Herrscher nicht besser aufführen als die Kolonialisten und Missionare.
Trotzdem halten wir an unserer Grundidee fest, dass für die Leute von Manna nicht alles gratis sein darf, sondern eine Eigenleistung nötig ist, damit es «ihre Schule» wird und nicht ein «Toubab»-Projekt bleibt. (Mit Toubab werden die Weissen bezeichnet. Der Begriff stammt aus der Zeit der Kolonialisierung, wird aber immer noch verwendet - manchmal mit negativem und manchmal mit positivem Beigeschmack.)
Die Bauarbeiten hatten am 29. April (man staune!) begonnen und wurden vom ganzen Dorf unterstützt. Die Männer halfen mit beim Bau und die Frauen schleppten das Wasser (in Afrika eine typische Frauen- oder Mädchen-Arbeit). Die Arbeiten waren Ende Mai schon sehr weit gediehen, so dass Samba wieder zu seiner Familie in Serrekunda zurückkehrte, nachdem er mehr als einen Monat lang in Manna die Lieferung der Baumaterialien und die Arbeiten koordiniert hatte. Das Gebäude muss innert relativ kurzer Zeit stehen und gedeckt sein, denn im August beginnt die Regenzeit, während der nicht oder schlecht gedeckte Bauten zusammenstürzen.
Schon lange planten wir, unsere Ferien wieder in Gambia zu verbringen. Da war es für unsere afrikanischen Freunde klar, dass die Eröffnung der Nursery School in unserer Anwesenheit stattfinden und wir die Reise ins Hinterland antreten würden. Wir freuten uns darauf, mit eigenen Augen zu sehen, was unsere Initiative bewirkt hat. Unsere Eltern Ernst und Elsbeth Schneider und ein mit ihnen befreundetes Ehepaar Arnold und Dorothea Baumann begleiteten uns. Unser Status wuchs damit beträchtlich, denn ältere Leute geniessen in Gambia hohe Achtung. Die Reise ins Hinterland dauert etwa sieben bis acht Stunden und führt über löchrige Strassen und zuletzt Naturpisten. Das machte die Reise - vor allen für die älteren unserer Reisegruppe, etwas beschwerlich. Aber der Empfang im Dorf Manna war alle Strapazen wert!
An der «Strasse» von Jarume Koto nach Manna wartete die ganze Bevölkerung auf uns, um uns unter Führung von Trommeln und Tänzern ins Dorf zu geleiten. Dort wurden wir vom «Chief» (Vertreter der Regierung für einen District, der etwa 50 Dörfer und Städtchen umfasst und der selbst in Manna wohnt) in Empfang genommen und in den Compound des Alkalo (Dorf-Ältester) geführt, wo wir diesem vorgestellt wurden. Diese Vorstellung folgt einem Ritual. Zuerst beschrieb unser Freund Samba unsere lange Reise und erklärte der Versammlung den Grund für unseren Besuch. Obwohl dies allen Anwesenden bestens bekannt war und wir auch schon mehrere Male in Manna und beim Alkalo waren, gehört dies offensichtlich zur Gepflogenheit wie man mit den Dorfältesten und diese mit weissen Gästen umzugehen haben. Die Worte Sambas richteten sich aber nicht direkt an den Alkalo sondern an den Chief (der zwar ein höheres politisches Amt innehat, aber mindestens 20 Jahr jünger ist und damit in der Dorf-Hierarchie nach dem Alkalo steht), der - nachdem das Gespräch zwischen den Gästen und ihm beendet war - das Ganze dem Alkalo vortrug.
Dieser richtete seine Worte nun an den Chief, der wiederum zuerst zuhörte und dann das, was der Alkalo zu sagen hatte, Samba nochmals erzählte. Da wir die Sprache «Mandinka», in der die Unterhaltung geführt wurde, nicht verstehen, folgte daraufhin noch eine Stufe, nämlich die Übersetzung ins Englische für uns. Die Worte des Alkalos waren so voller Lob für uns, dass wir das nicht einfach so stehen lassen konnten. Also mussten wir zu einer Stegreif-Rede ansetzen, um einerseits die uns zugeteilte Ehre auf alle Beteiligten (Samba, unser Freunde in Europa usw.) zu verteilen und andererseits für den wirklich herzlichen Empfang zu danken. Da auch unsere Worte über die Stationen Samba - Chief - Alkalo und zurück liefen, kann man sich vorstellen, wie lange eine solche Begrüssung dauert.
Es ist sehr eindrücklich mitzuerleben, wie gerade bei der Begrüssung sehr alte kulturelle Werte hochgehalten werden. So dauert schon eine normale Begrüssung in Mandinka mehrere Minuten, wenn sich die Beteiligten längere Zeit nicht gesehen haben. Man grüsst auch nicht mit guten Tag oder Hallo, sondern es ist ein längeres Gespräch, in dem nach dem Wohlergehen aller Familienmitglieder gefragt wird. Selbstverständlich mussten wir die paar ersten Fragen und Antworten ebenfalls lernen.
Danach ging es in einer Prozession weiter in den Compound (so wird ein, durch einen Zaun abgetrenntes Grundstück mit einem oder mehreren Häusern genannt) der Familie von Samba Conteh. Dort erwartete uns ein Mittagessen und selbstverständlich ganz viele Leute, die wir noch persönlich begrüssen sollten. Daraufhin folgte eine Art "Siesta", die wir dazu benutzten, durchs Dorf zu streifen und fern von offiziellen Reden Freunde von Samba zu begrüssen oder mit völlig Unbekannten ein Lächeln und einen Gruss zu tauschen.
Etwa eine Stunde vor dem Sonnenuntergang holte uns der Alkalo und der Chief wieder im Haus von Sambas Verwandten ab und das ganze Dorf bewegte sich zur «Manna Nursery School». Nach einer ausführlichen Besichtigung des Gebäudes folgten die offiziellen Reden. Zuerst sprach der Alkalo, dann der Chief. Sie erwähnten auch die weiteren Bedürfnisse (Toiletten-Anlagen, zwei weitere Schulräume, denn in die Nursery School gehen die Kinder drei Jahre lang, einen Zaun um die Schule, um in der Regenzeit die Kinder vor den Schlangen zu schützen) und sagten zu, dass die Unterstützung nur den Kauf der Materialien umfassen müsse, denn die Arbeit werde von der Jugend des Dorfes geleistet.
Die für den Betrieb der Schulde gebildete Kommission (aus Männern und Frauen zusammengesetzt!) wurde vorgestellt und ein Kommissionsvertreter und eine Vertreterin der Frauen des Dorfes hielten ihre Ansprachen. Alles wurde vom Head-Teacher (Schulvorsteher) der Primarschule vom Nachbardorf Jarume Koto übersetzt. Am eindrücklichsten waren die Worte der Vertreterin der Dorf-Frauen. Sie beschrieb, wie schwer das Leben für sie ist, und dass ihnen die Nursery-School helfen werde, dass die Kinder gut betreut seien, wenn sie auf dem Feld ihre harte Arbeit verrichten. Sie gab auch der Hoffnung Ausdruck, dass durch die Nursery School die Kinder eine bessere Chance hätten, in der Primary School zu bestehen. Sie beendete ihre Rede, indem sie einen Lobgesang anstimmte und dazu tanzte.

Die Feier fand unter freiem Himmel statt. Als die Dämmerung hereinbrach - in Westafrika wird es sehr schnell dunkel - wurde die Szene fast gespenstisch, denn im Hintergrund sah man in der Ferne einige Buschbrände. Unsere Rede, in der wir betonten, dass die Nursery School nun nicht mehr ein Projekt von Weissen, sondern das Projekt der Bevölkerung vom Manna sein müsse, benützten wir auch dazu zu betonen, dass Mädchen und Knaben das gleiche Recht auf Ausbildung hätten.
Nach der Rückkehr in den Compound traf sich die Schulkommission zu einer Sitzung. Sie sandte den District-Chief quasi als Unterhändler zu uns, um uns mitzuteilen, dass eine englische Hilfsorganisation (ACTIONAID) zugesagt habe, den Lohn für einen Lehrer vorerst für ein Jahr zu finanzieren. Zur Zeit seien 40 Kinder, darunter 16 Mädchen eingeschrieben. Sobald die Bewilligung von der Regierung zum Schulbetrieb erteilt sei, werde der Unterricht beginnen.
Ein Kandidat für die Lehrerstelle sei gefunden und sie akzeptierten unseren Vorschlag, dass unser Freund Samba, der die Schule nach Manna gebracht und mit viel Engagement und Energie den Aufbau vorangetrieben hatte, der verantwortliche Leiter sei. Dies ist für uns wichtig, denn ihm vertrauen wir. Wir können uns darauf verlassen, dass so das gespendete Geld auch für die Nursery School verwendet wird. Wir sagten zu, dass wir aufgrund der Spenden, die wir in Europa erhalten haben und hoffentlich noch werden, pro Jahr etwa 400 Franken (das ist der Betrag, den wir für mehrere Jahre garantieren können) für den Schulbetrieb überweisen werden. Diese Mittel seien von der Kommission in eigener Verantwortung einzusetzen. Daneben würden wir Spenden sammeln, um grössere Ausbau-Projekte zu finanzieren.
Das Angebot, dass die Kommission unsere Ratschläge gerne berücksichtigen werde, relativierten wir, indem wir darauf hinwiesen, dass sie die Gegebenheiten in Afrika kennen und die Verantwortung für den Erfolg der Schule tragen werden. Die Kommission, die auf unsere Meinung zu ihren Mitteilungen gewartet hatte, war offensichtlich vom Bericht, der ihnen der Distrikt-Chief überbrachte, befriedigt.
Mit Tänzen der Frauen zu den Jalibah-Trommeln bis weit in die Nacht hinein, endete die Zeremonie.
Bei unseren Besuchen in Gambia nahm uns unser Freund Samba Conteh, der in Serrekunda, der grössten Stadt des Landes wohnt, in sein «Homeland», sein Heimatdorf mit. Er wuchs im Dorf Manna auf, das ungefähr 300 Strassenkilometer im Landesinnern in der Central River Division in der Nähe von Georgtown liegt. Das Dorf besteht aus ein paar strohgedeckten Rundhütten und einigen «Compounds», d.h. im Viereck angeordneten, rechteckigen Backsteingebäuden, die mit Wellblech gedeckt sind.
Im Dorf leben ca. 460 Einwohner; in Gambia ist durchschnittlich knapp die Hälfte der Bevölkerung jünger als 16 Jahre. Im Zentrum des Dorfes ist ein «Palaver»-Platz - ein schattiges Plätzchen unter einem Baum, wo sich die Männer tagtäglich treffen. Ein weiterer Treffpunkt für die Bevölkerung ist der Dorfbrunnen, der sauberes Grundwasser mit einer handbetriebenen Pumpe zutage fördert. Es gibt aber weder Elektrizität noch Telefon im Dorf und auch Autos sieht man höchst selten.
Das Dorf hatte eine «islamic school», in der die Primarschulstufe unterrichtet wurde. Wie es der Name sagt, handelte es sich nicht um eine staatliche Schule - solche trifft man auf dem Land relativ selten an. Da die Dorfbewohner die 5 Dalasis (ca. CHF 0,75) pro Monat und Kind für die Benutzung der Schulbücher usw. nicht aufbringen konnten, brach die Schule auseinander. Diejenigen Kinder, die noch zur Schule gehen können, müssen nun in ein Nachbardorf. Das sind ganz sicher nicht die Mädchen und ganz sicher nicht die Kleinsten. Denn für die Kleinsten ist der Weg zu weit und wenn nur Geld vorhanden ist um ein Kind zur Schule zu schicken, wird es sicher zuerst der älteste Junge der Familie sein.
Das Schulsystem in Gambia ist aber relativ elitär. Wer das Klassenziel nicht durch eigene Kraft erreicht, bleibt sitzen - und das sind in Klassen mit bis zu 60 Schülern, in der vor allem im Chor gelesen oder gerechnet wird, recht viele. Zudem findet der Unterricht in englischer Sprache statt. Die Kinder wachsen aber mit ihrer Sprache «Mandinka» auf und auch die wenigsten Eltern im Dorf sprechen englisch. Da nun aber in der Schule erwartet wird, dass die Kinder sehr schnell dem englischen Unterricht folgen können, werden in den grösseren Orten Vorschulen oder eben sogenannte «Nursery Schools» geführt. Diese besuchen die Kinder ab 3 oder 4 Jahren, bis sie dann mit 6 in die erste Klasse der sechsstufigen «Primary School» eintreten.
Wenn nun die Kinder von Manna ohne Vorbereitung in die Primarschule einsteigen, sind ihre Chancen auf eine erfolgreiche Schullaufbahn schon relativ gering. Damit sinkt das Verständnis, wieso so viel Geld für die Schule ausgegeben werden soll, wenn das Kind trotzdem sitzen bleibt.
Neben der schulischen Vorbereitung würde die «Nursery» auch ein weiteres Problem lösen. Während der Erntezeit sind vor allem die Frauen auf den Feldern beschäftigt. Während dieser Zeit helfen auch die grösseren Kinder, so dass niemand da ist, um auf die Kleinen aufzupassen.
Schon vor einiger Zeit haben wir an einer kleineren Veranstaltung für ein Projekt in Afrika Geld gesammelt - noch ohne ein konkretes Vorhaben durchgedacht zu haben. Bei unserem nächsten Besuch in Gambia fragten wir Samba, was seinem Heimatdorf Manna am meisten fehle. Da er selbst die Schule besuchen konnte, was zu dieser Zeit (er ist jetzt etwas über 40 Jahre alt) eher selten war, kam er schnell mit der Idee, eine Schule in Manna aufzubauen. Das brauchte aber doch noch etwas mehr Geld als wir damals hatten. Nach unserer Heirat, die in Gambia stattfand, veranstalteten wir eine Party für unsere Verwandten und Freunde in der Schweiz. Wir baten unsere Gäste, uns keine Geschenke mitzubringen, sondern mit einem Beitrag eines unserer Projekte zu unterstützen.
Obwohl das Projekt vorsieht, dass der Betrieb der Schule von der Dorfbevölkerung getragen werden muss, damit sie sich auch mit ihrer Schule identifizieren können, ist es uns bewusst, dass von Zeit zu Zeit neue Mittel werden einfliessen müssen. Für europäische Verhältnisse handelt es sich um kleine Beträge. Und dank unserer Kaufkraft bringen auch kleine Spenden sehr viel: Eine vierköpfige Familie (nur um einen europäischen Vergleich zu machen - nicht dass es in Afrika viele so kleine Familien gäbe) braucht nur etwa CHF 100.- pro Monat und kann dabei die Kinder in die Schule schicken. Da unsere Familie und Freunde von unserer Leidenschaft wissen, erhalten wir immer wieder kleinere oder grössere Beträge zur Weiterleitung.
Wenn man bedenkt, dass die Schulgebühren in Gambia weniger als einen Franken pro Monat ausmachen, und dass die vollständig private Nursery School etwa CHF 25.- pro Kind und Jahr kostet, bekommt man als Europäer ein schlechtes Gewissen. Bei 40 Kindern ist die Belastung pro Jahr aber schon recht hoch - das Gehalt eines Lehrers beträgt etwa CHF 800.- bis 1'200.- pro Jahr. Der Bau eines Schulhauses kann mit etwa CHF 1'500.- an Materialkosten veranschlagt werden.
Eine Lehrerstelle ist im Moment von der Hilfsorganisation ACTIONAID übernommen worden. Daneben müssen für die Leitung der Schule und das Schulmaterial kleinere Beträge zur Verfügung stehen, die wir aus Spenden finanzieren können. Die nächsten grösseren Ausgaben betreffen die Erstellung von Toiletten-Anlagen, die Umzäunung des Grundstückes, um die Kinder in der Regenzeit vor den Schlangen zu schützen und der Bau eines weiteren Gebäudes mit zwei weiteren Klassenzimmern. Die Nursery Schools bieten normalerweise drei Klassen an, bevor die Kinder in die Primarschule wechseln.
Für weitere Unterstützung sind wir natürlich sehr dankbar. Jeder Betrag, den wir erhalten, geht zu 100% nach Gambia weiter. Einzahlungen mit dem Vermerk «Manna Nursery School» können auf das Postkonto 30-321548-0 (Gambia Projekt, Lyss/Schweiz) überwiesen werden. DANKE den Spendern!
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